Servicewüste Deutsche Bahn
Samstag, 31. Januar 2009 19:35
Vor ein paar Tagen (?) hab ich im WDR die Reportage Die Fahrkarten, bitte! (Video-Link) gesehen, bei der der Alltag einer Zugbegleiterin gezeigt wurde, und ich war empört über den Ton, den sie Fahrgästen, ihren BahnKUNDEN also, gegenüber anschlägt.
(Irgendwie hab ich es nämlich aus früheren Zeiten noch im Kopf, dass der Kunde eigentlich “König” ist …)
Erstens ist es servicemäßig ja schon schlimm genug, dass Fahrgäste ihre Tickets nicht mehr in der Bahn selbst kaufen können (aus welchen Gründen auch immer, vielleicht war am Bahnhof der Ticket-Automat kaputt …), aber dass sie dann – derart “erwischt” – von gaaaanz oben herab und wie Verbrecher behandelt werden, auch wenn sich die armen Menschen in den verqueren, unübersichtlichen “Bahngesetzen” nicht so gut auskennen und lange nicht mit der Bahn gefahren sind. Und da wird dann auch noch mit der Polizei und hohen Kosten gedroht, falls man seinen Ausweis nicht vorlegen will.
Ja, wo ist man denn in der Bahn?
Auf einer Behörde??!
Also dieser Job ist wirklich etwas für eine Domina!
Die unverschämt schnippische, überhebliche Art, die diese “Dame” Marion S., (die Angst hat, ihren wahren Namen zu nennen – ich kanns nach dem Film verstehen …), während ihrer Arbeit an den Tag legt, hat mich sehr, sehr aufgeregt, und ich frage mich, ob man SO mit den Kunden eines Unternehmens spricht, das eigentlich jedem Einzelnen von uns gehört, denn es ist – dank ausgefallenen Börsenganges – noch immer ein 100%iges Staatsunternehmen!
Nebenbei:
Der wohl von mindestens 90% der Menschen in diesem Land verfluchte Herr Mehdorn verlangt doch allen Ernstes, man solle ihm von Seiten der Politik nicht in “sein” Unternehmen hineinreden.
Ja, was ist das?
Realitätsverlust?
Größenwahn?
Sonst irgendwie eine psychische Erkrankung???
Der Michi-Mann sagt ja immer: Der weiß irgendwas Wichtiges und Unangenehmes über andere Politiker. Sonst wäre der längst weg vom Fenster.
Ja – irgendwie sowas muss es wohl sein, denn es müsste ansonsten doch auch für die Politiker unübersehbar sein, dass die Mehrheit der Bürger, die eigentlich Mehdorns Arbeitgeber sind, ihn noch nie so richtig gemocht und als Bahnchef gewollt haben.
Vermutlich zieht es sich – auch nach der Bespitzelungsaffaire jetzt, bei der er lügt, was das Zeug hält – noch bis nach der B-Wahl, bis man ihn dann endlich in die Wüste schickt …
Von mir aus könnten sie die gesamte Vorstandsriege gleich mitschicken, denn alle, die man bisher – z.B. per Fernsehansagen – kennenlernen “durfte”, waren auch nicht viel besser.
Und die Sache wie diese Bande den ehemaligen Gewerkschafts-Chef Hansen auf ihre Seite gelockt und rübergezogen hat (natürlich auch wie ER sich hat ziehen LASSEN und damit seine Gewerkschaft verriet), ist dann wieder ein anderer Hammer.
Ach, ein weites Feld – diese Bahn, würde Fontane sagen …
Nachtrag:
Ich lese gerade, dass Markus Beckedahl von netzpolitik.org von der DB abgemahnt wurde, weil er ein bahn-internes Memo zum Spitzelskandal in seinem Blog veröffentlicht hat.
Da traut er sich aber was, der Bahnvorstand. Er hätte doch wissen müssen, dass sowas in der Bloggerszene durch eine solche Drohung nicht zu stoppen ist. Selbst viele der übrigen Medien berichten bereits darüber, und natürlich findet man dieses Memo mittlerweile an vielen, vielen Stellen im Netz. Jetzt, da man durch die Abmahnung darauf aufmerksam geworden ist …
Thema: Politik/Gesellschaft, Tage wie diese | Kommentare (5) | Autor: Ulinne























