Freitag, 18. November 2011 10:09
Michi kam auf die Idee: Uns geht es gut, komm lass uns regelmäßig ein Patenkind in der dritten Welt unterstützen. Aber es sollte ein ganz konkreter Mensch sein, mit dem wir auch Kontakt aufnehmen können, damit wir wissen, ob unser Geld auch wirklich ankommt.
Tja, da ging die Suche los. Bei welcher Organisation ist sowas gewährleistet?
Ulrich Wickert fiel mir ein. Dem Mann vertraue ich, der macht keine Werbung für dubiose Sachen.
Was war das nochmal für eine Organisation, für die er sich einsetzt?
“Frau Google” befragt …
Aha – PLAN!

Habe dort online den Antrag ausgefüllt. Wenige Tage später gab es Post mit unserer umfangreichen Paten-Mappe, mit Infos zu dem von uns gewünschten Land Äthiopien, mit Infos und Fotos von unserem neuen Patenkind ADENA.
Und – tadaaa – hier ist sie:

Ein bissel ungünstig aufgenommen vielleicht, sooo nah hätte man nicht herangehen sollen, aber zusammen mit ihrem Vater fotografiert, sieht man schon etwas mehr von ihr.

Hier erkennt man auch schon besser, dass es ein hübsches Mädel ist (auch wenn das Kleid vermutlich noch passen wird, wenn sie erwachsen ist), und hier schaut sie auch nicht mehr so ängstlich. Aber haben die zwei nicht unglaublich lange Arme? Oder kommt mir das nur so vor …?
Die aktuell 9-jährige Adena lebt mit ihrer Familie (die wir hoffentlich auch irgendwann komplett zu sehen bekommen) in der Umgebung von Lalibela, heilige Stadt und Wallfahrtsort in Äthiopien – etwa hier, wo auf der von (c)Google ausgeliehenen Karte der rote “A-Pfeil” steckt.

Wusstet ihr übrigens, dass Äthiopien rund dreimal so groß ist wie Deutschland? Es ist das zehntgrößte Land in Afrika und hat etwa genauso viele Einwohner wie D – etwa 80 Millionen.
Mit der Paten-Mappe sind wir darüber informiert worden, dass Adena zur Grundschule geht, zu der sie einen etwa 45-minütigen Fußmarsch zurückzulegen hat, dass ihre Eltern Bauern sind, dass sie in einem Holzhaus mit Strohdach leben und ihr Wasser ganzjährig aus Flüssen, Bächen und Quellen beziehen, die weniger als einen Kilometer von ihrem Haus entfernt liegen. Für die Wasserschlepperei sind Frauen und Mädchen zuständig.
(Sanitäre Anlagen gibt es natürlich nicht, da muss ein Loch im Boden für die Notdurft reichen.)
Außerdem haben ihre Eltern angegeben, dass Adena gesund ist und bisher noch keine schwere Krankheit hatte. Das ist gut zu wissen, zumal in Äthiopien ja eine fiese Augenkrankheit grassiert – Trachom, von Aids etc. mal ganz zu schweigen.
Trachom wäre allerdings, wie ich hier gelesen habe, durch einfachste Mittel zu heilen. Falls Adena und ihre Familie also doch einmal betroffen sein sollte, hoffen wir doch dazu beitragen zu können, dass sie sich diese helfende Salbe locker leisten können.
Ob Adena diese schreckliche Prozedur der Genitalien-Beschneidung bereits ertragen musste, wissen wir nicht, (ist dort ja eigentlich noch praktizierte Tradition), aber das werden wir auch noch herausbekommen, hoffe ich. Wir wünschen ihr, dass dieser furchtbare Kelch an ihr vorüber gehen wird, und dass die PLAN-Leute dabei durch viel Aufklärung mitwirken …
Einen ersten Brief mit einigen Fotos von uns, unseren Tieren und unserem Umfeld haben wir für sie bereits auf den Weg gebracht. Hab mir mit meinem Englisch dabei einen abgebrochen und immer wieder einen Online-Translator bemühen müssen. 
Aber letztendlich ist es doch relativ ordentlich geworden, und so soll es schneller gehen, da man hier in Deutschland keinen Übersetzer mehr zwischenschalten muss, was bis zu drei Wochen dauern kann.
Unser Brief geht nun zunächst über PLAN, da auf dem normalen Postweg so etwas nie ankäme, denn es gibt in der Region keine “Anschriften” wie wir sie kennen. Die deutsche Filiale in Hamburg sammelt die Briefe und schickt sie dann an die Partner vor Ort, so dass sie an die einzelnen Patenkinder verteilt werden können. Die Leute vor Ort werden der amharisch sprechenden Adena den Brief dann vorlesen und dabei vom Englischen ins Amharische übersetzen.
Wir sind total gespannt auf Adenas Antwort …